2022
05.14

Entlang der Rhône bis ans Mittelmeer – ein guter Plan für die Zeit der Frühlings-Schulferien. Die Via Rhôna bietet sich dazu an.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 

Zu diesem Veloferien-Bericht

 
Neben vier Fotogalerien enthält dieser Bericht zwei vereinfachte Kartendarstellungen (nur der Übersicht dienend, nicht zu einer allfälligen Reiseplanung gedacht) und einen Blogbeitrag mit einigen Links.

 

Die Reiseroute


 

Bildergalerie entlang der Reiseroute (130 Bilder)


 

Eine Auswahl von Panorama-Aufnahmen (52 Bilder)


 

Speziell aufgefallen (27 Bilder)


 

Fünfzig Bilder von Spaziergängen in Lyon, Avignon und Arles


 


 

Die Reiseroute ergänzt mit den vereinfacht dargestellten Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln


 

Veloferien

 
Eine Veloroute entlang der Flussrichtung eines Flusses hat zum Vorneherein Feriencharakter: im Mittel hat die Route Gefälle nach unten (was gelegentliche Zwischenanstiege nicht ausschliesst).
 
Flüsse gehören zu den europäischen Kulturräumen – auch wenn wegen der Hochwassergefahr Siedlungen eher auf und an den den Flusslauf flankierenden Hügeln und Bergen erstellt wurden. Wälder und landwirtschaftlich genutzte Felder prägen neben den Städten, Dörfern und Weilern die Flusslandschaften. So sind beispielsweise unterwegs viele Vogelstimmen zu hören.
 
Die Rhône ist ein stark kanalisierter Fluss. Schifffahrt und Wasserkraftnutzung haben grosse Auswirkungen auf die Landschaft und die Gewässerführung. Eindrücklich sind auch die vielen von der Seite einmündenden Flüsse und Bäche. Zahlreiche Brücken – sowohl in fest gemauerter Form als auch als Hängebrücken mit eindrücklichen Turmbauwerken – sind vorhanden. In der Tendenz werden diese Brücken näher beim Meer immer länger.
 
Velofahrende sind nicht allein unterwegs. Die Via Rhôna ist meist auch Wanderroute, erfreulich oft sind die Wege als «Voies vertes» bezeichnet. Regelmässig führen die Wegweiser die Velofahrenden an die Ränder von stark befahrenen Autostrassen. Und gelegentlich fehlen auf längeren Abschnitten die «Via Rhôna»-Markierungen. In einzelnen Abschnitten wird seit Jahren nach besseren Lösungen gesucht – unterhalb von Lyon wird deshalb empfohlen, für einen kurzen Abschnitt die Bahn zu benutzen.
 
Velorouten wie die «Via Rhôna» sind durchaus auch Marketing-Produkte. Dies ändert nichts daran, dass bei guter Vorbereitung und im Austausch mit Bewohnenden und anderen Velofahrenden die «Via Rhôna» eine gute Sache für Veloferien ist.
 
Veloferien ermöglichen neben der körperlichen Bewegung immer auch ein Eintauchen in einen aktiven Lebensraum mit den vielfältigen Aspekten des menschlichen Lebens. Entlang der Via Rhôna sind zahlreiche Informationstafeln aufgestellt, die auf diverse Elemente hinweisen. Eine umfassende Lektüre dieser Tafeln mit der Umsetzung einiger Tipps dürfte dazu führen, dass die Tagesetappen kürzer werden – oder länger dauern.
 
Es ist bekannt, dass der Mittelmeerraum nicht nur im Sommer wärmer ist als etwa grosse Teile der Schweiz. Auch wenn viele Wälder durchfahren werden, auch wenn in Städten viele grossgewachsene Bäume stehen, stellt deshalb das Befahren der «Via Rhôna» im Sommer eine besondere herausforderung dar. Frühling und Herbst eignen sich eher besser.


 

Drei Etappenorte: Lyon, Avignon, Arles

 
Gelegentliche Ruhetage sind sehr hilfreich während längeren Veloferien. Die Mittelmeerküste, die Städte Lyon, Avignon und Arles waren auf dieser Veloreise Orte für Ruhetage. Statt Velofahrten waren beispielsweise Stadtspaziergänge angesagt.
 
Rhône und Saône fliessen unterhalb Lyon, der drittgrössten französischen Kernstadt, zusammen; zwischen den Flüssen liegt ein bedeutender Teil der Altstadt. Einbezogen in die Stadt sind auch Hügel westlich der Saône. Diverse Aussichtspunkte lassen den Blick über die Stadt schweifen, die sich weit östlich über die Rhône hinaus ausdehnt. Immer wieder sind auch bei Stadtspaziergängen auffällige, herausragenden Bauten zu sehen. Die bauliche Entwicklung von Lyon ist wegleitend für die Aktivitäten des Architekten und Städtebauers Tony Garnier (1869 – 1948), der Entwürfe einer Idealstadt, der Cité industrielle, vorzeigte. Das Musée Urbain Tony Garnier berichtet mit Blick auf die Zukunft über den Städtebau, derzeit etwa zu «LES JOURS HEUREUX». In der Nachbarschaft des Museums sind an den grossen Seitenwänden einer Siedlung von GrandLyon Habitat riesige Gemälde rund um Idealstädte angebracht – ein beeindruckender und bereichernder Teil des Spazierganges (einige Fotoabbilder sind in der Bildergalerie zu finden). Nicht zu vergessen: Lyon war bereits zu gallo-römischen Zeiten eine wahrnehmbare Stadt, auch heute noch sehr gut sichtbar.
 
In Avignon sind nach wie vor die (baulichen) Auswirkungen des «abendländischen Schismas» der katholischen Kirche, der Umgang mit der innerkirchlichen Macht also, sichtbar. Viele Bauten tragen deshalb «Pape» in der Bezeichnung. Auf den Aussichtspunkten um einige dieser Bauten gehen die Blicke weit über den Rhônebereich hinaus. Auch wenn Avignon spürbar von und mit dem Tourismus lebt, sind auch für das alltägliche Leben wichtige Elemente gut sichtbar. Als ein Beispiel sei die begrünte Fassade an «Les halles», der städtischen Markthalle, genannt.
 
Auch in Arles haben die gallo-römischen Zeiten deutliche Spuren hinterlassen, die heute zum Beispiel für kulturelle Grossveranstaltungen genutzt werden. Von der sommertauglichen Altstadt nicht erkennbar ist dagegen ein neues Grossprojekt, seit 2021 nutzbar. LUMA Arles hat ein grösseres Industrieareal umgenutzt, sowohl für kulturelle Zwecke als auch für die Aussenraumgestaltung. Zumindest aus der Nähe herausragend ist der 56 Meter hohe Turm dieses Areals, vom Architekten Frank Gehry sowohl als Hochhaus als auch als Kunstwerk gestaltet. Die Blicke von der frei zugänglichen oberstes Etage dieses Gebäudes gehen bis an die Mittelmeerküste, aber auch zu den das Rhônegebiet begrenzenden Hügeln.

1 Kommentar

Kommentieren
  1. Es ist immer wieder eine Freude deine Reiseberichte zu lesen. Die wunderschöne Fotos machen Lust ebenfalls eine solche Reise zu unternehmen. Danke Toni

Dein Kommentar